Krieg um Kinder - wenn die Familie zerbricht.



ARD, 9.9.14, Maischberger - Krieg um Kinder - wenn die Familie zerbricht.

Mehr als 200.000 Kinder müssen Jahr für Jahr die Trennung ihrer Eltern verkraften und geraten dabei häufig zwischen die Fronten. Mit allen Mitteln wird der Streit um den Nachwuchs geführt. Und das Kind ist dabei oft nur Mittel zum Zweck, um sich beispielsweise am Ex-Partner zu rächen. "Die strittigen Fälle nehmen zu", sagt der Kinderschutzbund. Wie können Richter, Gutachter, Jugendämter in den Trennungsschlachten überhaupt die richtigen Entscheidungen zum Kindeswohl treffen?ImageEdit Plugin:imgBirgit Schrowange Birgit Schrowange (Fernsehmoderatorin)
"Frauen, macht euch nicht von Männern abhängig", rät die alleinerziehende Mutter. In Zeiten, in denen jede zweite Ehe geschieden werde, sei ein eigener Beruf besonders wichtig: "Klar ist es verführerisch, wenn ein Mann sagt, ich verdiene genug für uns beide", sagt die RTL-Moderatorin. Sie sei in einer früheren Beziehung mit einem Konzernchef auch einmal kurz davor gewesen, ihre Karriere aufzugeben. "Heute bin ich heilfroh, dass ich das nicht gemacht habe", sagt Birgit Schrowange. Auch wegen ihrer finanziellen Unabhängigkeit sei die Trennung vom Vater ihres Sohnes, ZDF-Moderator Markus Lanz, problemlos verlaufen. ImageEdit Plugin:imgTobias Ritter Tobias Ritter (Ex-Frau entführte Kinder)
Eine Italienerin und ein Deutscher verlieben sich, heiraten, kriegen Kinder. Die Ehe zerbricht. Die Eltern einigen sich auf ein gemeinsames Sorgerecht. Zweimal entführt die Mutter die beiden Söhne, taucht für viele Monate in verschiedenen Ländern unter. Tobias Ritter weiß nicht, wo die Kinder sind, schaltet die Polizei ein. Vier Jahre lang währt der dramatische Kampf um die Kinder, der vor deutschen und italienischen Gerichten ausgetragen wird. Schließlich geben die Richter dem Vater Recht. Inzwischen leben seine Söhne wieder bei dem Unternehmer.ImageEdit Plugin:imgElvira Steffes Elvira Steffes (Mutter, beendete Trennungsstreit)
Vermutlich wäre die Zwillingsmutter im Streit mit dem Vater ihrer Kinder durch alle familiengerichtlichen Instanzen gegangen, um Recht zu bekommen. Doch stattdessen folgte Elvira Steffes dem eindringlichen Appell des Familienrichters, sich mit ihrem Ex-Lebenspartner zu einigen: "Man will ja davon überhaupt nichts hören. Man meint ja, man ist im Recht, man ist verletzt worden. Meine eigenen Wunden mussten erst mal geheilt werden, um auf diese Elternebene überzugehen." Mit Hilfe einer langjährigen psychologischen Beratung ist das der Raumausstatterin inzwischen gelungen.ImageEdit Plugin:imgJulia Scherf Julia Scherf (Richterin und Fernsehmoderatorin)
"Man kann vor Gericht einen Rechtsstreit gewinnen, aber im Leben alles verlieren", weiß die langjährige Familienrichterin. Wenn Eltern sich um ihre Kinder stritten, könne es eigentlich nur Verlierer geben. Das Gesetz ist klar: "Eltern und Kinder haben das Recht auf Umgang miteinander." Deswegen könnten betroffene Väter oder Mütter das Recht auf Nähe auch einklagen. "Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn gerichtliche Beschlüsse aus Umgangsverfahren sind gegen den erklärten Willen des betreuenden Elternteils schwer umzusetzen", erklärt die Juristin und Fernsehmoderatorin.ImageEdit Plugin:imgAllegra Curtis Allegra Curtis (Schauspielerin)
Die Tochter des US-Schauspielers Tony Curtis und der deutschen Schauspielerin Christine Kaufmann erlebte seit der Scheidung ihrer Eltern eine zerrissene Kindheit. Nachdem die heute 47-jährige Schauspielerin als kleines Kind abwechselnd bei Mutter und Vater aufwuchs, nahm Tony Curtis seine Tochter im Alter von sechs Jahren mit in die USA und erwirkte dort das alleinige Sorgerecht. Von da an sah Allegra Curtis ihre Mutter nur noch selten: "Als Kind von meiner Mutter weggenommen zu werden, hat mich und meine Mutter gleichermaßen traumatisiert."ImageEdit Plugin:imgDetlef BräunigDetlef Bräunig (prellt Unterhalt)
"Wer Unterhalt zahlt, ist selber schuld", sagt der Bauleiter, der mit seiner früheren Lebensgefährtin zwei Kinder hat. Als die Beziehung in die Brüche geht, flieht Detlef Bräunig für mehrere Jahre nach Thailand und verweigert jede Unterhaltszahlung. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland behauptet der bekennende "Unterhaltspreller", kein Geld zu haben und nicht genügend zu verdienen. Trotzdem pflegt der Ex-Offizier einen aufwändigen Lebensstil.

Kommentar: Welt am Sonntag, 10.09.14, http://www.welt.de/vermischtes/article132083518/Birgit-Schrowange-lehnte-drei-Heiratsantraege-ab.htmlPANORAMA "MAISCHBERGER" 10.09.14 Birgit Schrowange lehnte drei Heiratsanträge ab Trennungstalk bei "Maischberger": Birgit Schrowange gab Einblicke in ihr Verhältnis zu Ex-Partner Markus Lanz. Der Schmerz des gemeinsamen Sohnes nach der Trennung habe ihr "fast das Herz gebrochen", von Daniele Raffaele Gambone

Moderatorin Sandra Maischberger (M.) talkte zum Thema "Krieg um Kinder – Wenn die Familie zerbricht" mit unter anderem prominenten Gästen (v.l.n.r.): Detlef Bräuning, der Unterhalt prellt, Richterin und Fernsehmoderatorin Julia Scherf, Fernsehmoderatorin Birgit Schrowange, Elvira Steffes, eine Mutter, die einen Trennungsstreit beendete sowie Schauspielerin Allegra Curtis und Tobias Ritter, dessen Ex-Frau seine Kinder entführte.
Moderatorin Sandra Maischberger (M.) talkte zum Thema "Krieg um Kinder – Wenn die Familie zerbricht" mit unter anderem prominenten Gästen (v.l.n.r.): Detlef Bräuning, der Unterhalt prellt, Richterin und Fernsehmoderatorin Julia Scherf, Fernsehmoderatorin Birgit Schrowange, Elvira Steffes, eine Mutter, die einen Trennungsstreit beendete sowie Schauspielerin Allegra Curtis und Tobias Ritter, dessen Ex-Frau seine Kinder entführte.
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Foto: WDR/Max Kohr
Wenn aus Eltern Ex-Partner werden, sehen sich Kinder oft schwierigeren Herausforderungen gegenüber als Mutter und Vater. Sie lieben meist beide Elternteile und werden mitunter von genau den Menschen im Stich gelassen, die ihren kleinen Existenzen Stabilität verleihen sollten. Denn nicht immer sind Elternpaare in der Trennungsphase noch imstande, ihrer ureigensten Pflicht nachzukommen, Sorge für das Wohl ihrer Sprösslinge zu tragen.

In den Auseinandersetzungen um das Umgangs- und Sorgerecht kommt Söhnen und Töchtern manchmal sogar die Rolle der schärfsten Waffe zu. Schließlich ist jedes Mittel recht, um den ehemals geliebten Gegner zu verletzen.

Der Riss, der sich in der elterlichen Beziehung auftut, wird für die Kinder so zum Abgrund.

Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür lieferte Tobias Ritter. Der Mann, dessen Fall vor Jahren internationale Schlagzeilen machte, war zu Gast bei Sandra Maischbergers Talk zum Thema "Krieg um Kinder – Wenn die Familie zerbricht".

Aus der Ehe mit seiner italienischen Ex-Frau hat der Speditionsunternehmer zwei Söhne. Nach der Trennung war der Mutter das gemeinsame Sorgerecht nicht genug. Sie beantragte das Aufenthaltsbestimmungsrecht, um mit ihren Kindern nach Italien zu ziehen, unterlag vor Gericht und griff zu drastischen Mitteln.

Anfang 2010 verschleppte sie ihre eigenen Söhne mithilfe einer zwielichtigen Organisation und hielt sie im Ausland versteckt. Erst nach langer Suche gelang es den italienischen Behörden, die Kinder zu finden und sie dem Vater zu übergeben. Er hatte zwischenzeitlich von Gerichten in Deutschland und Italien das Sorgerecht zugesprochen bekommen. Seit dreieinhalb Jahren befinden sich die heute 12- und 16-jährigen Söhne nun wieder in seiner Obhut.

Der vorläufige Ausgang des grenzüberschreitenden Krimis stellt sich aber nur auf den ersten Blick als Happy End dar. Über die Auswirkungen des Vorgefallenen auf seine Kinder macht sich der Vater keine Illusionen. Er glaube nicht, dass sie das alles bereits verarbeitet hätten.

"Das ist nicht spurlos an den beiden vorbeigegangen", sagt Tobias Ritter.

Schauspieler-Eltern ohne Vorbildfunktion

Dieser Eindruck wurde von Allegra Curtis bekräftigt. Die Tochter der beiden Schauspielgrößen Tony Curtis und Christine Kaufmann hat selbst eine innerfamiliäre "Entführungserfahrung" hinter sich. Sie lebte nach der frühen Trennung ihrer Eltern abwechselnd beim Vater in den USA und bei der Mutter in Deutschland.

1972 brachte Tony Curtis sein Kind allerdings ohne Absicht auf eine Rückkehr in die Vereinigten Staaten. Dort erwirkte er das Sorgerecht und behielt seine Tochter, die kaum ein Wort Englisch sprach, bei sich. Die anschließenden Trennungsschmerzen schilderte Allegra Curtis in dramatischen Worten. Jede Trennung von einem Elternteil sei ein kleiner Tod, so die Moderatorin.

Heute ist sie selbst alleinerziehende Mutter. Dass dieser Umstand etwas mit der Vorbildfunktion ihrer Eltern zu tun haben könnte, wollte sie nicht ausschließen: "Woher sollte ich ein Vorbild für eine dauerhafte Beziehung nehmen? Mein Vater hat fünfmal geheiratet, meine Mutter viermal."

Diese Art der persönlichen Lebensschilderung war typisch für die Gesprächsrunde. Es war über weite Strecken eine sehr ruhige, trotz des konfrontativen Themas geradezu getragene Sendung. Zu übergreifenden Schlüssen kam es leider kaum.

"Unterhaltspreller" sorgt für Provokation

Daran änderte auch die Anwesenheit der Richterin und TV-Moderatorin Julia Scherf nichts, deren Aufgabe darin bestand, die vorgetragenen Einzelfälle juristisch einzuordnen. Denn die Sendung war etwas einseitig auf Einzelschicksale wie das von Elvira Steffes ausgelegt. Die offenherzige Frau schilderte, wie ein umsichtiger Richter sie und ihre beiden Zwillingskinder vor einem zermürbenden Rechtsstreit mit dem Ex-Partner bewahrt habe.

Aber dann kam er doch noch, der Knalleffekt.

Denn mit dem Männerrechtler und bekennenden "Unterhaltspreller" Detlef Bräunig durfte sich spät, vielleicht sogar zu spät ein echter Provokateur zu den übrigen Gästen gesellen. Der sichtlich gut aufgelegte Vater zweier Töchter, um deren Alimentierung er sich drückt, brachte alle übrigen Gäste im Nu gegen sich auf.

45.000 Euro soll seine Flucht nach Thailand, mit der er sich dem Zugriff der Behörden entzog, den deutschen Steuerzahler bisher gekostet haben. Mittlerweile lebt der Ex-Offizier wieder in Deutschland, wo er trotz aufwendigen Lebensstils angibt, nicht über ausreichende Mittel zur Versorgung seiner Nachkommen zu verfügen. Die Autos, die er fahre, gehörten ihm schließlich nicht. Er halte es da ein wenig wie die Frauen und lasse sich eben gerne einladen, so der gewollt unsympathische Aufwiegler.

Schrowange berichtet von Lanz-Trennung

Bei allem Showgehabe warfen seine Einwendungen durchaus ernste Fragen auf – nach den Rechten unverheirateter Väter, der Höhe von Unterhaltszahlungen und den Folgen für die Betroffenen. Sie blieben unbeantwortet. Man müsse mit solchen Fällen leider leben, so die Juristin Julia Scherf abschließend. Immerhin könne sie "als Richterin nicht einen unverantwortlichen Vater von heute auf morgen umbacken".

Ihren heimlichen Höhepunkt hatte die Sendung da aber schon lange hinter sich. Eingangs durfte nämlich TV-Moderatorin Birgit Schrowange ausgiebig erzählen, wie sich die Trennung von ihrem prominenten Ex-Partner Markus Lanz auf sie und ihr Kind ausgewirkt hat. Aus der Liebesbeziehung zum elf Jahre jüngeren TV-Talker, die von 1998 bis 2006 dauerte, war 2000 der gemeinsame Sohn Laurin hervorgegangen. Dessen Schmerz nach der Trennung habe ihr damals "fast das Herz gebrochen", so Schrowange, die das alleinige Sorgerecht für ihren Sprössling hat.

Schrowange und Lanz haben sich getrennt
Foto: pa/dpa
Auch sonst gewährte die alleinerziehende Fernsehfrau den ein oder anderen Einblick in ihr ereignisreiches Privatleben. Immerhin befindet sie sich gerade auf Promotiontour zu ihrer Biografie mit dem Titel "Es darf gern ein bisschen mehr sein!" Drei Heiratsanträge habe sie insgesamt bekommen und glücklicherweise immer abgelehnt, weil sie sonst heute dreimal geschieden wäre. Andererseits gab die 56-jährige zum Besten, dass es für den Eheschluss mit Markus Lanz, zu dem es nie kam, sogar schon einen Termin gegeben habe.

"Wer das Geld hat, hat die Macht"

Über die Gründe für die abgeblasene Hochzeit wollte sie sich dann doch lieber nicht zu konkret äußern: "Es war wahrscheinlich auch, wenn man zu lange wartet, dann ist der Punkt so ein bisschen drüber."

Aber neben diesem gelegentlichen Aufblitzen von Glanz und Glamour gab Birgit Schrowange bei ihrem "Maischberger"-Auftritt ganz die Stimme der Vernunft. Sie geizte nicht mit guten Ratschlägen. So solle man nach einer Trennung trotz negativer Gefühle nie vor dem Kind schlecht über seinen ehemaligen Partner reden. Wie auch in ihrem Buch empfahl sie ihren Geschlechtsgenossinnen eindringlich, beruflich wie finanziell unabhängig zu bleiben. Das sei ohnehin viel befriedigender. Außerdem gelte auch in der Ehe: "Wer das Geld hat, hat die Macht."

Und worauf kommt es nach dem Abschied vom Partner ganz besonders an? Laut Schrowange braucht es in erster Linie viel Hilfe und Organisation. Der Einsatz für zukünftige gemeinsame Unternehmungen sei aber überaus lohnenswert und ganz im Sinne des Kindes. So finde es ihr Sohn auch heute noch sehr schön, wenn die Eltern miteinander redeten oder eine Schulaufführung besuchten.

Man hörte zu und staunte als Zuschauer nicht schlecht, war die Beziehung zum Noch-Moderator von "Wetten, dass..?" doch nicht ohne großes mediales Echo in die Brüche gegangen.



Sendeanstalt: ARD Serie: Maischberger

Zuletzt geändert am 19.05.2015 um 01:22

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